Ich weiß nicht, wie es dir gerade geht, aber ich habe dieses Jahr eine unglaubliche Sehnsucht nach Herbst. Nach Kerzen, nach Stricken, nach langen Spaziergängen mit den Hunden in der ersten kalten Luft am Morgen. Nach Abenden, an denen ich mich einfach mit einer Decke zurückziehen kann und niemand mehr etwas von mir will.
Und gleichzeitig merke ich eine Müdigkeit, die ich gerade auch von so vielen anderen Frauen höre. Weniger Lust auf Außen, weniger Input, weniger Termine. Mehr Zuhause. Mehr Ruhe. Mehr Innenschau.
Ich habe mir die Energie seit dem 9.9.-Portal genau angeschaut, und je länger ich hinschaue, desto weniger glaube ich, dass das einfach nur die übliche Vorfreude auf Herbst ist.
Ein besonderer Punkt im Jahreskreis
Am 23. September, um 02:05 Uhr, beginnt der astronomische Herbst. Die Sonne wechselt gleichzeitig in die Waage. Tag und Nacht sind zu diesem Zeitpunkt nahezu gleich lang, Licht und Dunkelheit begegnen sich, und danach kippt dieses Verhältnis. Die Nächte werden länger. Das Licht zieht sich zurück, und die Natur nimmt ihre Energie wieder nach innen.
Ich glaube, du spürst diese Bewegung gerade in dir selbst. Und vielleicht ist diese Sehnsucht nach Herbst auch eine Sehnsucht danach, wieder näher bei dir anzukommen.
Was sich seit dem 9.9. verändert hat
Wenn ich auf die vergangenen zwei Wochen schaue, beginnt dieser Bogen für mich ganz deutlich rund um das 9.9.-Portal. Die Neun steht symbolisch für Vollendung, für den Abschluss eines Zyklus. Und nach dem 9. September hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, dass diese Energie einfach vorbei ist. Für mich hat sich danach etwas weiter verdichtet.
Vielleicht bist du seitdem müder als sonst. Vielleicht schläfst du länger und könntest trotzdem noch weiterschlafen. Vielleicht ist dein Schlaf unruhiger, deine Träume intensiver, oder deine Kapazität ist gerade einfach kleiner. Termine, auf die du normalerweise Lust hättest, fühlen sich plötzlich anstrengend an. Du möchtest nach Hause. Du möchtest deine Ruhe.
Ganz ehrlich, genau so geht es mir gerade. Ich hab die letzten Tage Kerzen angemacht, obwohl es draußen noch hell war. Bin mit den Hunden raus, wenn’s kühl und klar war, und danach wollte ich nichts mehr. Kein Handy, kein Postfach, nur die Decke.
Ich habe mich zuerst gefragt, wann diese Phase endlich wieder vorbei ist. Wann ich wieder mehr Energie habe. Dabei finde ich inzwischen eine ganz andere Frage viel spannender: Was, wenn mein Körper überhaupt nicht zurück in die Energie der letzten Monate will? Was, wenn längst eine neue Jahreszeit begonnen hat, innerlich genauso wie äußerlich?
Dann habe ich auf den Himmel geschaut. Fünf Planeten stehen gerade rückläufig: Pluto, Neptun, Saturn, Uranus und Chiron, der gerade erst wieder zurück in den Widder gegangen ist. Rückläufig heißt für mich: nichts Neues nach außen bauen. Es heißt, das, was schon da ist, geht noch einmal nach innen. Mein Körper wusste das, bevor ich den Himmel überhaupt angeschaut habe. Ich zieh mich nicht zurück, weil ich versage. Ich zieh mich zurück, weil das gerade genau die Bewegung ist, die dran ist.
Die Äquinox und das Prinzip der Ernte
Die meisten erwarten von so einem Moment, dass er etwas abschließt. Ich habe das früher auch erwartet und war jedes Mal enttäuscht. Die Äquinox schließt nichts ab. Sie ordnet, was schon da ist.
Die Waage bringt das Thema Balance mit, und für mich geht es dabei gerade sehr stark um die Frage: Wie nah ist mein äußeres Leben eigentlich an dem, was ich innen längst weiß? Wo bin ich weit ins Außen gegangen, wo habe ich mich selbst weniger gehört, was braucht wieder mehr Raum?
Genau deshalb gehört eines der wichtigsten Themen des Herbstes hier hinein: Ernte.
Du verbindest Ernte vermutlich meistens mit Erfolg. Was habe ich erreicht, was ist gut gelaufen. Aber eine Ernte ist viel ehrlicher als das. Manches ist wunderschön gewachsen, manches ganz anders als erwartet, manches gar nicht. Und manches, von dem du dachtest, du brauchst es unbedingt, interessiert dich heute gar nicht mehr.
Denk einmal zurück an den Anfang von 2026. Was wolltest du? Welche Wünsche hattest du, welche Themen waren riesengroß? Und jetzt schau auf September. Vielleicht sind einige deiner Wünsche wahr geworden, vielleicht auf eine ganz andere Weise, als du erwartet hast. Du hast vielleicht Menschen losgelassen, Grenzen gesetzt, bist ruhiger geworden. Auch das ist Ernte. Ernte ist nicht nur das sichtbare Ergebnis. Ernte ist auch die Frau, die aus diesem Jahr hervorgegangen ist.
Mehr wahrnehmen, weniger aufnehmen
Ich bin sehr sensibel für das, was um mich passiert. Lange war das für mich ein Problem, weil ich alles aufgenommen habe, was in der Luft lag. Fremde Stimmung, fremder Stress, alles landete irgendwann in meinem eigenen Körper.

Gerade lerne ich etwas anderes. Ich kann etwas wahrnehmen, ohne es zu übernehmen. Der Spaziergang mit den Hunden ist kein Ausweichen vor meinem Leben. Die Decke auf dem Sofa ist keine Kapitulation. Es ist meine Art, gerade wahrzunehmen, ohne alles in mir zu tragen. Genau das will diese Äquinox von dir. Mehr wahrnehmen, weniger aufnehmen.
Vielleicht bist du dir selbst näher gekommen
Wenn ich über Identität spreche, geht es für mich gar nicht immer darum, eine komplett neue Version von mir zu erschaffen. Manchmal besteht der größte Identitätsshift darin, dass immer mehr von dem wegfällt, was ich irgendwann einmal geglaubt habe, sein zu müssen. Alte Rollen, alte Anpassungen, Entscheidungen, die ich getroffen habe, weil sie vertraut waren.
Und irgendwann merkst du: Das passt nicht mehr. Du machst dich weniger klein. Du erklärst dich weniger. Du nimmst deine Bedürfnisse ernster und hörst deine Intuition deutlicher.
Von außen sieht so ein Shift oft vollkommen unspektakulär aus. Vielleicht hast du einfach einmal Nein gesagt. Vielleicht bist du aufgehört, jemandem hinterherzulaufen. Von außen ist das ein kleiner Moment. Innen kann damit ein ganzes Leben beginnen, sich neu zu sortieren.
Ich finde diesen Gedanken auch deshalb wichtig, weil in der spirituellen Bubble permanent davon gesprochen wird, die nächste Version von sich zu werden. Next Level, Identitätsshift, höheres Selbst. Aber vielleicht musst du gar nicht immer mehr werden. Vielleicht darf immer mehr von dem wegfallen, was du gar nicht bist. Unter all dem bleibt vielleicht keine optimierte Super-Version von dir übrig. Vielleicht bleibst einfach du übrig.
Eine Frage für diesen Herbst
Was in mir ist in diesem Jahr so wahr geworden, dass ich es nicht länger zurückhalten möchte?
Nicht: Was muss ich bis Dezember noch schaffen. Sondern: Was weiß ich inzwischen über mich. Vielleicht ist das dein Wunsch, deine Sensitivität, deine Grenze, oder etwas, für das du noch gar keine Worte hast, das du aber trotzdem schon spürst.
Für heute Nacht brauchst du kein Ritual. Mach, wonach dir ist. Wenn das Kerzen und eine Decke sind, ist genau das die Arbeit gerade.
Und vielleicht merkst du irgendwann in einem dieser stillen Momente: Da bin ich ja. Unter all den Dingen, die ich dachte, sein zu müssen. Immer mehr ich.
Vielleicht ist genau das die schönste Ernte, die du aus diesem Jahr mitnehmen kannst. Du bist dir selbst näher gekommen.
Wenn du merkst, dass genau dieser Prozess bei dir gerade festhängt, dass du die Erkenntnis schon hast, sie sich in deinem Leben aber noch nicht verändert hat, dann ist das der Moment, tiefer zu gehen, statt es nur zu wissen. In meiner Deep-Dive-Begleitung verbinde ich Hypnose mit Nervensystemarbeit, damit genau das, was du heute in dir erkennst, auch wirklich in deinem Alltag ankommt. Zum kostenlosen Erstgespräch geht’s [hier].



